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Test: Digitalkamera Panasonic Lumix FZ50

Die Entscheidung für eine neue Kamera war nicht einfach, da fast täglich neue Modelle erscheinen und es schwierig ist, sich einen Überblick über den Markt zu verschaffen. Klar waren die Eckdaten – es sollte keine Spiegelreflexkamera sein, aber die Kamera sollte vergleichbar gut zu bedienen sein und ein leistungsstarkes Zoomobjektiv haben.

Kamera-Historie: Ich hatte früher (in der Vor-Digital-Ära) einige traditionelle Modelle von Nikon verwendet. Angefangen mit der F401 (dem kleinsten Modell von Nikon, zwar schon eine Spiegelreflexkamera war, aber praktisch nur im Automatikmodus zu verwenden) folgte bald die F801, die sich auch komplett manuell einstellen lies und mit einigen technischen Finessen aufwarten konnte. die F801 war gut im Einsatz, hatte aber später einen Wackler am Batteriefach bzw. gelegentliche Hänger der Elektronik, die einen Reset benötigten. Als Nachfolger erwarb ich daher eine F70, die zwar in ein paar Punkten nicht mit der F801 mithalten konnte, aber für meine Bedürfnisse praxisgerechter war. Leider begann schon kurz darauf die Digital-Ära und ich erlag dem Reiz der einfachen Handhabung und kaufte ein kleine Olympus C-300 ZOOM. Die Kamera bietet mit 3 Megapixel und einem optischen 3-fach Zoom nicht die umwerfenden Qualität, doch konnte man damit schon recht ordentliche Fotos machen. Schwachpunkte waren die Belichtungsmessung, vor allem bei Gegenlicht und die langsame Auslöseverzögerung.

Wahl des Kameratyps: Der Vorteil meiner ersten Digitalkamera, der Olympus C-300 Zoom, war die kompakte Bauform – sie passte quasi in die Hosentasche. Heutzutage sind die Kameras noch viel kleiner und flacher geworden, doch geht dies immer zu Lasten der Optik, die letztlich stark für die Bildqualität und die Zoommöglichkeiten verantwortlich ist. Eine dieser winzigen Trendkameras konnte es daher nicht sein. Interessante war da schon die Panasonic TZ1EG, eine 5 Megapixel-Kamera mit 10-fach Leica-Zoomobjektiv und Bildstabilisator und dabei noch so kompakt, dass sie auch noch gerade so in die Hosentasche passen würde. Ein wirklich sehr schönes Modell, doch letztlich wollte ich doch eine höhere Auflösung und etwas mehr Auflösung. Damit war die Wahl auf eine Kompaktkamera der Megazoom-Kategorie gefallen.

Canon, Sony und Panasonic: Hoch gehandelt werden derzeit die Modelle von Canon und auch Sony hat vermehrt mit interessanten Modellen im Bereich der kompakten Megazooms auf sich aufmerksam gemacht. Durch einen Bekannten, der bereits seit einigen Jahren mit einer Panasonic Lumix FZ20 sehr zufrieden ist, wurde ich auf die neue FZ50 aufmerksam. Das Vorgängermodell, die FZ30 hatte schon einige gute Kritiken erhalten, wobei besonders das lichtstarke Leica-Zoomobjektiv (Kleinbild 35-420mm, bei Blende 2.8-3.7) und die Bedienung gelobt wurden. Optisch sieht die Kamera fast wie eine Spiegelreflex aus, da das Objektiv wuchtig hervorsteht und nicht ausgefahren wird. Ein großer Griffwulst bietet einen guten Halt und die Anordnung der Bedienelemente lassen weitgehend eine Einhandbedienung(!) zu. Es war daher mehr eine ‚Liebe auf den ersten Blick‘, was letztlich den Ausschlag gegeben hatte. Natürlich hatte ich mehrfach Werte und Preise mit anderen Modellen vergleichen und bin dabei nie von der Panasonic abgewichen.

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Panasonic FZ50

Wenn man die technischen Daten der Panasonic liest, dann kann man sich kaum vorstellen, dass es eine bessere Kamera geben könnte. Im täglichen Einsatz fallen einem jedoch schon noch einige Punkte ein, die man verbessern könnte und auch sollte. Um hier aber nicht schon ein Missverständnis vorkommen zu lassen: ich glaube nicht, dass es eine bessere Kompaktkamera gibt. Sicherlich gibt es Kameras, die in einzelnen Disziplinen besser sind, aber eben nicht in der Summe. Aber der Reihe nach.

Das Objektiv

Sicherlich das Highlight dieser Kamera. Es bietet einen Zoombereich von 35-420mm (umgerechnet auf den Bereich eine Kleinbildkamera). Mancher würde sich etwas mehr Weitwinkel wünschen, aber der Zoombereich ist wirklich beeindruckend. Ebenso beeindruckend ist die Lichtstärke, die von Blende 2.8-3.7 erstreckt und damit im Maximalwert für diesen Zoombereich sehr gut ist. Allein für ein solches Objektiv für eine SLR-Kamera würde man den Preis der FZ50 leicht ausgeben können, eher sogar das Doppelte.

Die Bedienung

Sehr ungewöhnlich ist das Bedienkonzept der FZ50. Besonders gut gelungen ist, dass der Zoom über ein Drehrad am Objektiv eigestellt werden, ganz so wie bei einen guten Wechselobjektiv. Es handelt sich dabei sogar um ein Drehzoom und kein Schiebezoom, so dass sich die Länge des Zooms nicht ändert. Kein Vergleich zu der nervenden Zoomwippe bei anderen Kompaktkameras. Genauso gut funktioniert die manuelle Entfernungseinstellung – ebenfalls ein Drehrad direkt am Objektiv. Beim Drehen wird das Bildzentrum vergrößert, um ein bessere Beurteilung der Schärfe zu gewährleisten. Alternativ kann man auch kurz auf die Autofocus-Taste am Objektiv drücken und so automatisch eine Einstellung vornehmen lassen und von dort aus manuelle Weiterarbeiten. Natürlich geht es auch komplett automatisch mit der Autofocus-Einstellung. Wobei ein rotes Hilfslicht bei Dunkelheit das Objekt anleuchtet, um die Entfernung einstellen zu können.

Die weitere Bedienung ist ebenfalls sehr an der eine SLR-Kamera orientiert und gibt mir daher als Umsteiger von einer analogen Nikon das vertraute Gefühl, dass alles da ist, wo ich es erwarte. Die zentrale Programmwahl erfolgt über einen Drehknopf rechts oben auf dem Gehäuse. Hier ist außer dem Auslöser auch noch ein Schalter für den Bildstabilitator, die Serienbildeinstellungen und der An/Aus-Schalter. Unterhalb des Auslösers, da wo der Zeigefinder gut hinkommt, ist ein horizontales Drehrad, dass für Einstellungen der Blende bei der Zeitautomatik verwendet wird. Gegenüber, auf der Gehäuserückseite, ist ein weiteres Drehrad, mit dem man bei der Blendenautomatik die Zeit einstellen kann. Die Räder haben in anderen Situationen auch noch andere Funktionen.

Auf der Rückseite ist neben dem Display, das sich vollständig umklappen lässt, der Focus/AE Lock-Knopf, der Umschalter Display auf Sucher (übrigens mit Dioptrinanpassung), die Auswahl der Displayanzeige, ein Funktionsschalter und der Mülleimer zum Löschen von Bildern. Daneben ein übliches Bedienkreuz mit Menü/Set in der Mitte und Selbstauslöser, Belichtung, Blitz und Vorschau darumherum.

Die Bedienelemente sind damit abgeschlossen und daher noch ein paar Worte zu eigentlichen Bedienung: Mit der rechten Hand lässt sich die Kamera im Automatikmodus vollständig bedienen. Das ist unglaublich gut gelungen und macht richtig Spass. Der gute Griffwulst auf der rechten Seite ist dabei die Grundlage für den guten Halt. Es ist sogar möglich, mit der einen Hand auch das Zoom und die Entfernung einzustellen. Nicht ganz so einfach, aber es geht, wenn es sein müsste. Die Bedienung des Zooms ist aber auch das einzige, was man sinnvollerweise mit der linken Hand macht, außer die Kamera zur Ruhigstellung abzustützen.

Dieser Absatz ist jetzt etwas länger geworden, aber ich wollte unbedingt das ausgeklügelte Konzept und das gute Gefühl vermitteln, dass diese Kamera bei der Bedienung auszeichnet. Ich hoffe, dies ist mir gelungen, wenn nicht, dann sollte man die Kamera beim Händler einmal in die Hand nehmen. Apropos Händler… obwohl Panasonic mit der Lumix-Serie fast überall vertreten ist, habe ich die Kamera bei keiner der von mir besuchten Geschäften finden können. Eigentlich sehr Schade, denn diese Kamera muss man unbedingt bei einem Kaufentscheid gesehen und gefühlt haben, auch wenn man sich aus bestimmten Gründen dann für ein anderes Modell entscheiden sollte. Man muss einfach erfahren, was in dieser Beziehung möglich ist… 🙂

Soweit erst einmal dieser Bericht. Sicherlich werde ich ihn später noch ergänzen, denn es gibt noch viel zu sagen…

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Links:

GIGAPXL Project – http://www.gigapxl.org/

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